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Fabrikeinsturz

Ihr habt es sicher in den Medien mitbekommen, hier in Bangladesh ist vor einer Woche eine Fabrik eingestürzt und hat einige hundert Todesopfer gefordert. Ich habe ein wenig mit mir gehadert, aber die nächsten 3 Bilder habe ich aus folgendem Link ‘entliehen’:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/tausende-arbeiter-fordern-hinrichtung-von-fabrikbesitzern-fotostrecke-96221.html

Fabrikeinsturz

Fabrikeinsturz

Fabrikeinsturz

Die Wut der Arbeiter ist zwar blind, aber eigentlich verständlich. Das Gebäude hatte offiziell eine Baugenehmigung von 5 Stockwerken, aber es wurden später 4 weitere Stockwerke nachträglich ‘genehmigt’. Und wenn ich mir die Baupraxis sowie die Qualifikation der lokalen Ingenieure hier anschaue, kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass ordentlich am Material gespart wurde und die Statikberechnungen gegen eine kleine Spende an einen Uniformierten ‘etwas’ optimistischer ausgefallen sind.

Als sich Risse am Gebäude zeigten, hatte die Bank im Erdgeschoss den Betrieb eingestellt und 1600 SMS und Emails an ihre Kunden versandt sowie die Mitarbeiter nach Hause geschickt. Die darüber liegenden ‘kleinen’ Textilunternehmer haben nach einem Tag Pause die Mitarbeiter unter Androhung von Gehaltskürzungen wieder an die Nähmaschinen gezwungen. Dann machte es BUMM und das Gebäude brach in sich zusammen….. :-(

Der wütende Mob ging nun auf die Strasse und demolierte wahllos etliche Autos – unter anderem auch ein Fahrzeug von Christin’s Arbeitgeber, in dem ein QC Inspektor aus Hong Kong auf dem Weg zu einer Inspektion war. Auf dem letzten Bild sieht man Blut auf der Zeitung, der Inspektor hatte sich durch herumfliegende Glassplitter an den Händen verletzt. Wie man sieht: hier in Bangladesh kann man fast immer und überall zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Bevor nun Panik ausbricht: wir beobachten die Situation gut und passen auf uns auf. Sobald es für uns gefährlich werden sollte, packen wir unsere Koffer und schreiben diesen Blog aus Lenggries weiter…..

Fabrikeinsturz

Fabrikeinsturz

Fabrikeinsturz

Nichtsdestotrotz sind die wahren Leidtragenden der hiesigen Korruption, Abhängigkeit, Unverantworlichkeit, Machtmissbrauch, Ignoranz und Dummheit die einfachen und ungebildeten Arbeiter, aus deren Hände Arbeit unsere billigen Klamotten kommen. Als kleines Zeichen der Solidarität haben wir eine grössere Summe gespendet, Mitarbeiter von Christins Arbeitgeber haben gesammelt und Geld überwiesen, wir sammeln im Deutschen Klub und hoffen, dass wir so zumindest einen kleinen Beitrag zur Linderung der ersten Not leisten können.

Die Spendengelder gehen an die Awaj Foundation, eine lokale und uns bekannte NGO, welche sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Lebensbedingungen der einfachsten Arbeiterinnen zu verbessern und welche schon im Nachgang des Feuer-Unfalls der Tazreen-Factory Ende letzten Jahres bei der Verteilung von Spendengeldern eine gute und zuverlässige Rolle gespielt hatte. Falls jemand ebenfalls ganz praktisch und direkt spenden möchte, Email an mich: jlaske (ätt) gmx (punkt) de genügt.

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