Das Lesen der folgenden Zeilen und Seiten ist im höchsten Masse gefährlich, reise-viral ansteckend und geschieht grundsätzlich auf eigene Gefahr!!!

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Na gut, ich habe euch gewarnt:

Wir reisen gerne! Das Unterwegs-Sein, das Auseinandersetzen mit anderen Menschen, das Entdecken von anderen Kulturen, von Interessantem am Wegesrande sowie die Schönheiten der Natur sowie das Geniessen von fremder Küche macht uns einfach Spass. Uns ist es das Liebste, wenn wir morgens nicht wissen, wo wir abends schlafen und spontan auf Gelegenheiten und geänderte Umstände reagieren können. Es ist uns ein Graus, wenn wir schon 3 Wochen im Voraus das Hotel buchen oder im Gänsemarsch einem fähnchenschwingenden Reiseleiter hinterherdackeln müssen…

Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und auf eigenen Füssen vermittelt eigentlich den engsten Kontakt mit der Bevölkerung und der bereisten Gegend. Allerdings führt ein solcher Reisestil auch dazu, dass man (zumindest ich…) recht leicht genervt und geschafft ist, da Privatsphäre oder eine Rückzugsmöglichkeit oft nicht gegeben sind. Es mag ja Zeitgenossen geben, die empfinden das anders, aber ich bin mal ganz froh, die Tür hinter mir zumachen zu können. Wir haben bei unseren Reisen festgestellt, dass ein eigenes Fahrzeug bzw ein fahrbares Schneckenhaus am ehesten unseren Vorstellungen und Anforderungen an eine intensive Langzeitreise genügen. Die Möglichkeit sich ohne Bindung an fragwürdige Fahrpläne, geldgierige Taxifahrer oder suizid-gefährdete Busfahrer bewegen zu können – das isses ! Also muss ein eigenes Fahrzeug her.

Die Anforderungen an ein geeignetes Fahrzeug sind je nach Leidensfähigkeit und Geldbeutel des Eigners, des geplanten Einsatzes und gewünschten Reisezieles verschieden und oftmals auch noch gegensätzlich. Beispiel: zum Fahren sollte das Fahrzeug möglichst klein, schmal, niedrig, zum Wohnen aber möglichst gross sein. Das Basisfahrzeug sollte robust, mit Diesel betrieben und mit vertretbarem Aufwand überall auf der Welt wartbar (Ersatzteile, Reifen) sein. Darüberhinaus wäre es toll, wenn das Fahrzeug leistungsstark, möglichst leicht und einbruchsicher ist.

Die Diskussion um das ‘richtige’ Fahrzeug ist DAS Thema für unzählige Treffen, Lagerfeuer und websites – es gibt zahllose ‘Experten’, Wüstenfüchse und Weltenbummler und vermutlich jeder hat ‘seinen’ Geheimtipp. Erschwerend kommt hinzu, dass mit zunehmender Erfahrung, Körper- und Portemonaifülle sowie abnehmender körperlicher Kondition und Haupthaardichte die Wünsche und Anforderungen sich wieder ändern ;-)

Als Reisefahrzeuge haben sich viele Vehikel bewährt – vom ausrangierten, spartanisch eingerichteten Post-VW-Bus über hochgerüstete Landrovers und Landcruisers (rallye-mässig mit Scheinwerfern, Winden und Ersatzrädern gesegnet) bis hin zum fetten 6×6 MAN KAT mit Fussbodenheizung, Marmorbad und Teakholzküche – jeder wie er mag oder kann und meint, dass es sinnvoll sei. Grundsätzlich kann man mit fast jedem halbwegs robustem Fahrzeug zwischen Paris und Peking, Narvik und Kapstadt, Anchorage und Ushaia unterwegs sein – und viele Auto-Reisende sind es auch, erstaunlich oft sogar ohne Allrad und ohne viel technischen Firlefanz.

Der Wunsch, sich unterwegs ohne grossen Aufwand zurückziehen zu können, ein Bett, Toilette, Dusche, Kocher und einen Tisch zum Essen und Arbeiten zur Verfügung zu haben, führt immer wieder zu einem Camperauf- bzw Ausbau. Ob Hubdach, Dachzelt oder feste Kabine – die Ansprüche und Vorstellungen sollte man ausgiebig bei der Gesamtkonzeption VOR dem Fahrzeugkauf erörtern. Jede Option hat Vor- und Nachteile und man tut gut daran, ein paar Probereisen zu machen, Reisegurus auszuquetschen, sich andere Mobile anzuschaue und nicht ohne etwas eigene Reiseerfahrung das Projekt ‘Weltreisemobil’ anzugehen.

Aber eines ist sicher – wenn der Virus mal zugeschlagen hat, ist Heilung weitgehend unmöglich. Linderung verspricht dann nur noch der umgehende Kauf eines entsprechenden Untersatzes, Schrauben und Basteln an Fahrgestell und Wohnkiste sowie das Vorbereiten von Reisen….

Allerdings sollte man sich bei dem Projekt ‘Weltreisemobil’ über eines im Klaren sein – es verschlingt IMMER mehr Zeit und Geld als man vorher geplant hatte – und nicht jede potentielle Beifahrerin kann und mag im Vorfeld damit umgehen :-o

Das Wichtigste zum Schluss: LOSFAHREN NICHT VERGESSEN !!!

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