Nachfolgend eine kleine Liste, was sich bei uns auf unserer Nordkapp-Fahrt bewährt hat bzw was wir nicht empfehlen können. Die Liste ist natürlich rein subjektiv und basierend auf meinen Erfahrungen / Anforderungen:

Was sich bewährt hat und auf was wir nicht mehr verzichten wollen:
- Splitgetriebe
- die Unimurr’sche Vorgelege-Entlüftungen sind einfach ein Muss für einen Reisemog
- Motorbremse
- Garmin Zumo 550 mit Europakarte – kennt jeden Feldweg und zeigt alle Bächlein links und rechts der Strasse an
- die neuen Hella-Spiegel mit den Weitwinkelspiegeln links und rechts
- Presslufthorn – Spass muss sein und ist auch eine gute Warnhilfe vor engen Kehren
- SVB-Edelstahl Gas-Einbaukochmulde mit 2,5 kW-Brenner – super! Allerdings halten 5 kg Gas nur rund 4 Wochen :-o
- Die Engelkühlbox
- Wasserkanister mit Tauchpumpe und Nähmaschinen-Fusschalter zum Betätigen
- Das Portapotti 365 als Notklo – riecht auch nach einigen Tagen noch nicht.
- Unsere selbstgebauten Schubladen mit Schwerlastauszügen und guten Metallverschlüssen.

Übrigens hatten wir so gut wie kein Klappern oder Rütteln zu beklagen – sowohl der Aufbau als auch das Fahrgestell waren einigermassen leise – auch bei unsanfter Fahrt auf löchriger und einspuriger Küstenstrasse bzw Waldstrasse.

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Was sich nicht bewährt hat:
- Unsere Standheizung Eberspächer D1L mit 1,8 kW (platziert im Fahrerhaus mit Schlauch nach hinten) ist zu klein dimensioniert für den Aufbau – vor allem bei 5 Grad, Nebel, böigem Wind und Nieselregen. Vor der nächsten Fahrt in den hohen Norden muss eine grössere Dieselstandheizung in den Aufbau – dann hat das Kondenswasser an den wenigen Kältebrücken verspielt.
- Unser Türschloss am Aufbau nervt uns tierisch und wird umgehend durch ein anständiges 3-Punkt-Treibstangenschloss mit einem ordentlichen Griff innen und aussen ersetzt.
- In den Durchgang muss ein Vorhang oder eine Decke als Sicht- und Zugschutz.
- Die billigen Faltklappstühle von Ebay waren ein Fehlkauf – gingen schon nach einer Woche Gebrauch kaputt. Wir suchen uns als Nächstes brauchbare und nicht zu grosse Klappstühle.

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Weitere Erfahrungen:
Der notwendige Umbau von Bett zu Sitzgruppe war recht nervig – aber diesen Kompromiss werden wir mit Kindern immer eingehen müssen. Wir hatten einfach zuviel Bettzeug und kämpften oft mit den unhandlichen Decken, vor allem mit den schweren und klobigen Kuscheldecken, die die kids unbedingt mitnehmen wollten. Mit leichteren Decken und kleineren Kopfkissen geht das sicher einfacher.
Allerdings ist die U-Sitzgruppe nach der Umbauaktion einfach der Hit – beim strömenden Regen auf der Hardanger Vidda sind wir zu sechst um den grossen Tisch gesessen, haben Chili-Schrimps verspachtelt, kalten Weisswein getrunken und Carmina Burana aus den Lautsprechern gehört – super! Das ganze bei Kerzenlicht und dem schummrigen Licht der Mitternachtssonne – ein Traum!

Die CB-Funkgeräte von Alan (Alan 121 Festeinbau hinter dem Fahrersitz und Alan 42 in der Tupperschüsel meiner Eltern) waren eine gute Hilfe. Ganz praktisch für die Nachtplatzsuche, Aufforderung zur Pinkelpause oder zum Austausch ganz wichtiger Informationen ‘…hast du auch das Rentier links im Gebüsch gesehen?!’. Allerdings versteht man das Alan 121 bei der Fahrt recht schwer – entweder muss eine Schalldämmung des Fahrerhauses oder ein externer Lautsprecher her – im Stand geht es dagegen problemlos.

Die Blaupunkt Scheibenantenne fürs Autoradio enttäuscht mich – der Empfang ist durchweg sehr rauschig und unterdurchschnittlich gut.

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Der Bordrechner mit dem 12,1“ TFT in der Mitte des Armaturenbrettes war die meiste Zeit aus – da ich kein lauffähiges Fugawi für die Echtzeit-Navigation hatte und dank des Garmin zumo eigentlich auch nicht benötigte. Beim Pisten- bzw Offroad-Einsatz sieht das sicher anders aus. Das WLAN konnte ich nur wenig nutzen, unsere Standplätze waren oft genug weit ab von jedem Haus. Dafür ging meist das teure und langsame GPRS-Handy – und musste oftmals im Moment unnütze Datenmengen übertragen – spam-mails, ‘erzwungene’ Aktualisierungen vom Virenscanner, Betriebssystem oder sonstigen SW-Komponenten. Das Arbeiten im Fahrerhaus ist allerdings nicht ganz soo bequem – die Sitzposition, Blickwinkel nach unten auf den vergleichsweise recht kleinen Bildschirm, die ungewohnt kleine Tastatur auf den Knien, die Maus auf dem Oberschenkel – nicht so sehr der Hit für ausgedehnte Schreibarbeiten oder gar das semi-professionelle Bearbeiten von Bildern. Aber für das gelegentliche Email-schreiben, dem Backup von Bildern, etc wirklich gut und empfehlenswert.

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Einige kleine Details wollen wir noch ändern, aber im Grossen und Ganzen ist unser Mog für unsere jetzigen Bedürfnisse reisefertig. Nicht verschweigen will ich, dass ein Aufbau mit Festbett sowie etwas mehr Arbeitsfläche im Küchenbereich praktischer wäre. Desweiteren ist man mit 2 Kindern dauernd am Aufräumen, Wischen, Fegen, Ausschütteln und Sauber machen. Auch ist es erstaunlich wieviel Platz 2 Kinder auf einer 2,1 m breiten Liegewiese beanspruchen können – ich habe leider allzuoft an die Wand gedrückt schlafen müssen :-o

Eine Dusche bzw Nasszelle haben wir nie vermisst – zur Not ging eine gründliche Wäsche mit dem Waschlappen.

Auch nicht verschweigen will ich, dass der Mog mit seinen 2,30 m Breite und seinen 3,35 m Höhe doch eine recht grosse Kiste ist und kleine Pisten alleine durch die schiere Grösse schwer befahrbar sind oder gar unerreichbar bleiben. Der Mog überragt die Horden von Wohnmobilen, in den Städten zeigten die Kinder mit den Fingern auf uns und auf kleinen Strassen macht der entgegenkommende Verkehr brav Platz. Auf den kleinen Strassen ist der Mog dagegen handlich (wie es halt ein kleiner LKW sein kann) und kam bisher an alle Standplätze und – im Gegensatz zum Womo meiner Eltern – natürlich wieder heraus :-)

Für den ernsthaften Pisteneinsatz durch dichten Busch, engen Wald bzw enge Bergpisten, bzw zur Verschiffung im Container ist dann wohl doch eher ein Geländewagen (max 180 cm breit und 230 cm hoch) das Fahrzeug der Wahl – meine Frau meinte einmal lapidar – ich sehe schon, uns kommt noch ein Buschtaxi mit Aufstelldach her :-o

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