… ist ein U1300L, Modell 435.115 mit 3,25 m Radstand. Ausgestattet mit dem neueren OM366A Motor, d.h. 6 Liter Hubraum produzieren aus einem Reihensechszylinder mit einem Turbolader moderate 136 PS – in den 814′er Verteiler-LKW’s hielt der Motor gut und gerne eine Mio km. Baujahr war 1987, als wir den Mog im März 2005 kauften, hatte er mal gerade 14.511 km auf dem Zähler – im Grunde war der Mog noch gar nicht richtig eingefahren…

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Als Unimog-Novizen lernten wir schnell die Eigenheiten des Fahrzeuges kennen und müssen zugeben:

- ja, er ist laut
- ja, er ist langsam
- ja, er ist unbequem
- ja, er lässt sich schwer schalten (das Getriebe UG 3/40 ist nicht gerade einer ‘Sternstunde’ der Untertürkheimer Ingenieure entsprungen…)
- ja, er ist durstig – 6 Tonnen wollen halt bewegt werden
- ja, der Rahmen ist konstruktionsbedingt weich und neigt ab Tempo 80 leider zum Schütteln

Aber man muss auch verstehen, dass das Universale Motor Gerät eben nicht als komfortabler Fernreise-LKW, sondern in den Anfangsjahren als hochgeländegängiger Acker-, Feld-, Wald- und Wiesenschlepper konzipiert war. Entwicklungsziel war: der Unimog soll dort fahren können, wo ein Pferd gehen kann – und das übersteigt bei weitem die Fähigkeiten der allermeisten Fussgänger, PKW’s und Lastwagen.

An den oben genannten Schwachpunkten kann man natürlich etwas machen und so floss und fliesst ein grosser Teil unseres Unimog-Budgets in das Vorhaben ein, das Fahrgestell zu optimieren und echte Langstreckentauglichkeit zu erzielen.

Unser Unimog wird deshalb seine zweite Karriere als Expeditions-Womo mit folgenden Modifikationen antreten:

- moderate Leistungssteigerung über Optimierung der Einspritzpumpe – wir wollen Dünen nicht nur runter, sondern auch hoch fahren ;-)
- Drehzahlabsenkung bzw Geschwindigkeitserhöhung mit einem Splitgetriebe (jetzt 1800 U/min bei 85 km/h) :-)
- grössere und laufruhigere Räder (Conti MPT 81 in 14,5R20 statt Conti MPT80 in 12,5R20)
- 2 Zusatztanks a 210l aus Kunststoff (rosten nicht, schwer mittels Schraubenzieher ‘anzuzapfen’ ;-)
- zusätzlicher Dieselvorfilter (häufigster Pannenfall – Schmutz in der Dieselversorgung!)
- hohe Luftansaugung
- Unimurr’sche Vorgelegeentlüftung
- Visko-Lüfter (spart Sprit, ist wesentlich laufruhiger)
- Verlegung der Starter-Batterien ins Fahrerhaus
- Geräuschdämmung des Fahrerhauses
- Schwingungsdämpfung des Fahrerhauses (um dem Aufschaukeln entgegenzuwirken)
- bessere Sitze (aus dem VW Sharan)
- Gewichtssenkung durch Ausbau der Rahmenseilwinde – ich hoffe, dass ich sie nie vermissen werde :-o
- und noch tausend andere kleine Details

Bei den meisten dieser Änderungen und Verbesserungen vertrauen wir auf die Beratung und Hilfe von Unimog-Guru Franz Murr, besser bekannt unter Unimurr.

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