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Samba, Salsa, Rumba, Cha-Cha

… ein ganz normaler Mittwoch abend in Shanghai :-)
Wir waren gestern abend zum Abendessen eingeladen und als wir nach einem reichhaltigen Mahle aus dem Restaurant gegen 23:00 Uhr heraus kamen, war gegenüber in einer Kneipe die Hölle los: Samba hallte durch die Nacht, drinnen tobte die Menge auf der Tanzfläche. Hallo?! Ramba-Zamba kurz vor Mitternacht?!

Da müssen wir hin, da müssen wir rein. Die Türe aufgestossen und wir fühlten uns in DIRTY DANCING versetzt: WOW! Salsa, Rumba und Cha-Cha dröhnte aus den Boxen, gertenschlanke Paare – professionell mit Tanzschuhen und schicken Tanzkleidchen – wiegten sich lasziv im Rhythmus, drehten und tanzten wie im gleichnamigen Film!

Der Beat ging ins Blut, und es dauerte nicht lang, da waren Christin und ich mittendrin dabei. Holla, die Waldfee! 3 Absacker später und weit nach Mitternacht machten wir uns verschwitzt auf den Heimweg durch die Nacht. Was für eine Überraschung! Das junge China tanzt mindestens genauso gut, gefühlvoll und voller Lebensfreude wie die Jugend in Südeuropa oder in Lateinamerika! Hammer!!!

Samba

Samba

Samba

Fake watches

Jeder der in China (oder ganz Asien?) als Tourist auftaucht, kennt das verschwörerische Gemurmel der fliegenden Händler ‘…bag, watch, DVD – what do you want?..’
Und Uhren (… und Werkzeug und Kameras und Computer und …) sind in der Tat für Männer das, was Handtaschen, Schuhe oder Ringe für Frauen sind – süchtig machende kleine Teilchen, an denen man(n) nicht vorbei laufen kann, ohne einen interessierten Blick darauf zu werfen, mal in die Hand zu nehmen, abwägend drüber zu streicheln und dann wieder zurück zu legen.

Bei unseren Guy-Tai’s –> Link zur FACEBOOK-Seite haben wir unter anderem Alastair, einen britischen Uhrmacher, der zB bei der BBC als Uhrenspezialist für eine Antiquitäten-Serie und bei Sotheby’s als Chronographen-Beurteiler zur Feststellung von Echtheit und Wert der Auktionsstücke arbeitete. Alastair bot 12 Guy-Tai-Kollegen an, eine chinesische Fake-Rolex zu zerlegen, die Besonderheiten des Automatikwerkes zu erklären und darauf hinzuweisen, was eine gute von einer schlechten (Fake-) Automatikuhr unterscheidet.

Links eine qualitativ bessere Fake-Rolex (450 RMB), rechts eine billige Fake-Rolex (200 RMB), welche nun zerlegt wird.

Fake Watch

Der OP-Tisch – mit Uhrmacherwerkzeug, Mikroskop und Vergrösserung auf grossen Flachbild-TV, damit alle etwas sehen.

Fake Watch

Fake Watch

Fake Watch

Fake Watch

Das Innenleben einer Fake-Rolex…..

Fake Watch

Fake Watch

Einige wissenswerte facts:
- bei den überwiegend meisten Automatik-Uhren kommen 6 Standard-Automatik-Werke millionenfach zum Einsatz (mit oder ohne mechanischem Aufzug, Kalender, Stoppuhr, etc)
- ein brauchbares Automatik-Werk kostet ‘nur’ rund 25 USD
- auch in chinesischen Automatik-Uhren werden schweizer oder japanische Uhrwerke verbaut
- Quartzwerke sind von der Zeitmessung her genauer, robuster und wesentlich unempfindlicher (puuh, ich bleib bei meiner Kinetic-SEIKO !)
- chinesische Automatik-Werke sind nicht unbedingt schlechter, die Mechanik funktioniert generell so wie bei wesentlich teueren Werken auch
- wichtig ist eine gute Justierung der Federspannung und Wuchtung der Unruhe, hier zeigt sich die Uhrmacherkunst
- die Qualität der Fakes sieht man eher am Gehäuse, am Armband, an der Verarbeitung der Komponenten, Wasserdichtheit, Verschraubung der Krone, Dichtungen, Qualität der verwendeten Öle, Sauberkeit etc
- brauchbare (Fake-)Automatik-Uhren kosten durchaus 500 – 1000 RMB, trotzdem sollte man sie nicht in Europa zu einem Uhrhändler zur Reparatur bringen :-/
- die ‘jewels’ sind meist aus Industrie-Rubin gefertigte Lager für die nichtmagnetischen Edelstahl-Zahnräder
- idealerweise sind die ‘jewels’ mit einem kleinen Tropfen Öl als Kapillar-Dauerschmierung versehen
- 25 jewels sind nicht zwangsläufig besser als 17 jewels, oft werden nur weitere ‘jewels’ zur Deko eingesetzt :-o
- je weniger Zahnräder, desto weniger Reibung, desto genauer eine Uhr!
- Automatikuhrwerke altern ein wenig – einfach durch die mechanische Reibung, nachlassende Elastizität des Federwerks, Alterung des Schmierstoffes – also sollte man sie gelegentlich reinigen und neu einstellen
- Automatik-Uhrwerke können (teil-)zerlegt in kleinen Drahtkörbchen und ‘Waschanlagen’ in diversen Bädern gewaschen, gereinigt und neu geschmiert werden
- ein guter Uhrmacher kann am Tag rund 3-4 Uhren komplett zerlegen und wieder neu zusammensetzen

Anschliessend kam ein fliegender Händler und bot seine Ware feil, Alastair war so nett und nannte dabei die Besonderheiten und ob der Preis gerechtfertigt oder überzogen war…

Fake Watch

Mir selber hätte eine schwarze Chopard-Uhr mit Datumsanzeige, Mineralglas und Kautschuk-Armband, Schweizer ETA-Automatik-Werk und Glasboden, Sondermodell ‘Mille Miglia Alfa Romeo’ gefallen, aber da ich Fakes prinzipiell aus moralischen Gründen nicht unterstützen will (… hey, ich bin Yogalehrer und rede von Wahrheit und Ehrlichkeit …) habe ich die aufkeimende Begehrlichkeit unterdrückt und dem Kauf entsagt – die Uhr wäre laut Alastair die geforderten 600 RMB sehr gut wert gewesen – ein Guy-Tai-Kollege war der gleichen Ansicht, hatte jedoch weniger Skrupel und nahm sie mit ;-)

Liebe Uhren-Hersteller: lasst doch mal die Fakes und verzichtet auf das Drucken von teuren Namen / Logos, sondern baut doch einfach schöne Uhren – gerne inspiriert von Panterai, Hublot, Jaeger Le Coulture, Rolex, Chopard, Cartier, Breitling, IWC, etc – nur eben ohne Namen oder Logo!

Wir lernten viele Details kennen und ich muss sagen, auch wenn ich nicht dem Uhrenfetisch erlegen bin, war es seeehr interessant, einen Einblick in das Innenleben einer mechanischen Automatik-Uhr zu erhalten.

Charity Dinner

Wir sind ja immer für gute Taten zu haben – und wenn es ein schickes Gala Dinner zugunsten herzkranker Kinder ist, an welchem wir letzten Samstag abend waren. Die Elternorganisation POP unserer Schule veranstaltete nun schon zum vierten Mal mit der Wohltätigkeitsorganisation –> Heart2Heart ein Fundraising Gala Charity Dinner. Soll heissen, dass die Eltern der Schule eingeladen werden – gegen ordentliche Bezahlung natürlich – an einem schönen Abendessen in einem netten Hotel mit Rahmenprogramm teilzunehmen und mit dem Rest der noch nicht verzehrten RMB ein paar mehr oder weniger schöne Sachspenden zu ersteigern. OK, ist ja für einen guten Zweck und da nicht alle sind so privilegiert wie wir, machen wir natürlich mit :-o

Heart2Heart hat sich zum Ziel gesteckt, herzkranken Kindern von chinesischen Wanderarbeitern eine Herz-OP zu finanzieren. Eine Herz-OP kostet im Schnitt 25.000 RMB (rund 3000 €), Wanderarbeiter müssen teilweise mit 2000 – 6000 RMB (250 – 750 €) PRO JAHR auskommen – eine OP der Kinder ist aus eigener Kraft schlicht nicht machbar. Mittlerweile wurden durch die Bemühungen von Heart2Heart über 500 Kinder operiert! Und da hängt das Leben und Schicksal von über 500 Familien dran, welches sich durch eine OP drastisch ändert. Und wir können mit einem lustigen Abend einen kleinen Beitrag dazu leisten.

Motto des Abends war übrigens ‘Carnival’ – na, wer rät, als was ich gegangen bin ;-)

Charity Dinner

Charity Dinner

Charity Dinner

Charity Dinner

Charity Dinner

Charity Dinner

Charity Dinner

Schaltjahr

… wenn man nur alle 4 Jahre ‘richtig’ Geburtstag feiern kann, dauert es verdammt lange, bis man volljährig wird ;-)
Unsere Freundin Ike hat solch ein Schicksal zu tragen. Gestern feierten wir ihren 11. Geburtstag, immer noch nicht mal Teenager, von ihrem Chef musste sie sich wegen Kinderarbeit ansprechen lassen, Alkohol ist noch eine gute Zeit tabu, der Führerschein…. tja… so ist das eben, wenn man nur alle 4 Jahre an den Lauf der Zeit erinnert wird ;-)

Ike Geburtstag

Ike Geburtstag

Ike Geburtstag

Ike Geburtstag

Ike Geburtstag

Und zur vorgerückter Stunde – der Alohoool enthemmt ja so schön – erinnern wir uns an die wilden 80er: Ike wird bei einer Firmenfeier mit einer Kollegin als Dieter Bohlen aka Blue System auftreten. Ich hab’s noch im Ohr: cherry, cherry lady…. :-)

Ike Geburtstag

Ike Geburtstag

Vorsätze

… so ist das mit den guten Vorsätzen: Man nimmt sich ganz fest vor, nicht daran zu rütteln und dann fallen sie doch :-/
Was ist passiert?

Letzten Oktober ist mir ja hier in Shanghai mein MTB-Rahmen gebrochen; die Kombination aus zu kleinem Rahmen, zu kurzer Sattelstütze und zu schwerem Hintern war auf Dauer nicht gut, der schwächste Teil gab nach – das war in dem Fall der MTB-Rahmen. Da ich aber nun in D ein gutes und nicht ganz billiges MTB hab, wollte ich mir eigentlich kein zweites Rad kaufen, welches ich irgendwann mal mit umziehen werde. Und für ein bisschen rumrutschen geht ja auch Patrick’s Rad, so die Selbstüberredung – auch wenn er ab und an mault. Nun bin ich mehrfach mit Patrick’s Rad gefahren und muss sagen: Nein, es macht nicht wirklich Spass – es ist mir ebenfalls zu klein, ist eigentlich Patrick’s Geburtstagsgeschenk: kurz – so geht es nicht auf Dauer.

Nun teilte mir mein Freund Radladen-Bill mit, dass bei seinem Freund Radladen-Dan (… jaja, so läuft das hier in der Expat-Community… ) anscheinend noch ein XL-Bike-Rahmen rumsteht und günstig zu haben wäre – Chinesen kaufen anscheinend nur Fahrräder mit Rahmengrösse S und M, selten L; Räder mit Rahmengrösse XL gibt es hier fast gar nicht. Das wäre doch was – aus meinen MTB-Restteilen und einem XL-Rahmen ein neues Radl aufbauen. Heute war schönes Wetter, ich dachte – hmmm, anschauen schadet ja mal nicht. Und fand statt einem Rahmen ein schon komplettes Rad. Der Rahmen in Grösse XL und Vorjahres-Modell, die Reifen, Schaltung, etc sind einfach, nix überspanntes oder besonders edel – aber brauchbar und funktionsfähig. Und alles fast zum halben Preis?! Hmmmm…

Da muss ich mich doch mal drauf setzen. Dann die Überraschung: passt wie angegossen und fühlt sich gleich gut an. Verdammt!
Radladen-Dan warf noch ein paar Kleinigkeiten (Flaschenhalter, Pumpe, Satteltasche, Ersatzschlauch) umsonst mit drauf, ritschratsch war die Karte durchgezogen und ich marschierte – äh – fuhr mit einem neuen Radl heim. :-o
Und machte gleich mal einen kleinen 2h-Trip zum Eingewöhnen vor ans Meer. Doch, das Radl fährt gut, so geht das schon!

Radl

Radl

Radl

Juchhu: jetzt kann ich wieder Rumcruisen, Einkaufen gehen, ab und an ein wenig Schwitzen und bin vor allem wieder mobil.

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