Kaum sind wir in China wohnhaft geworden, zieht es uns schon zu den äussersten Grenzen dieses grossen Reiches. Tibet ist nicht gerade einfach zu bereisen, man benötigt eine Sondergenehmigung, darf nur in Gruppen einreisen, kann nicht mal eben ein Flugticket kaufen. Aber wie so vieles auf der Welt, lässt sich mit ausreichend Geld alles lösen: Die Sondergenehmigung wird von einem authorisierten Tibet-Reisebüro ausgestellt, welches ebenfalls die Flugbuchung vornimmt. Und die Vorgabe, dass nur Gruppen einreisen dürfen, wird auch elegant umgangen: 2 Personen, so wie Christin und ich eben, sind schon eine Gruppe. Und für Individualreisende wird die Gruppe eben für den Flug zusammengestellt. Man trifft sich am Flughafen, fliegt nach Lhasa, geht gemeinsam durch die Sicherheitsschleuse – und verabschiedet sich von seiner Reisegruppe vor dem Flughafengebäude :-)

Da wir für unsere Tour-d’amour leider nicht mehr Zeit haben und eben nicht über Chengdu mit dem Auto den Himalaya erklimmen können (… das wär ein Traum!), nehmen wir den Direktflug von Shanghai nach Lhasa. Obwohl, so direkt war der dann doch nicht – erst ein Zwischenstop in Xi’an, dann noch mal in Xiling, bevor wir in einem weiten Bogen nach Lhasa hineinflogen.

Da wir innerhalb kürzester Zeit auf mindestens 3700 m Höhe katapultiert wurden, war die erste Devise: akklimatisieren, langsam tun, keinen Alkohol trinken, nicht überanstrengen. Wir wurden von einem tibetischen Brüderpaar (Führer + Fahrer) in einem altersschwachen und rumpeligen Toyota Landcruiser abgeholt – klasse! Damit fuhren wir in einem grossen Bogen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Tibets ab: Lhasa mit Potala (dem Sommerpalast des Dalai Lama) und Bharkor-Tempel, dann Xigatse und Rigatse. Am Weg immer wieder ein Tempel, ein Kloster, eine Stupa, welche leider zum Teil erheblich von den Chinesen geplündert – aber auch teilweise wieder aufgebaut wurden. Wir überwanden Pässe über 5500 m Höhe und fuhren lange an einer steil abfallenden Schlucht entlang, wo immer wieder LKW- und Buswracks von der Gefährlichkeit der Strecke und dem schlechten Wartungsstand der Bremsen zeugten :-o

Nach nur einer Woche waren wir aber wieder zurück in Lhasa. Per Direktflug (ihr ahnt es, jawoll – Stopovers waren Xiling und Xi’an) kamen wir zurück in die Smogküche Shanghai.