Wir leben nun im Reich der Mitte – China. Und da Shanghai nicht gerade ein Luftkurort ist, versuchen wir immer wieder dem bleigrauen Moloch zu entfliehen. Zudem sind wir ja auch neugierig auf die anderen Seiten unseres Gastlandes. An Ostern war es soweit: eine Flusskreuzfahrt auf dem grössten der chinesischen Flüsse, dem Yangtse, stand auf dem Programm. Der Fluss ist so etwas wie die Lebensader und grösstes Symbol für China. Aus der Vogelperspektive betrachtet schaut der Fluss wie ein Drache aus – und auf dem Drachen wollten wir reiten.

Wir flogen nach Chengdu, bestiegen unseren Flusskreuzer und erlebten eine ganz interessante Reise. Flussaufwärts durch die berühmten 3-Schluchten. Das ganze bei absolutem Niedrigwasser und wir konnten sehen, wo bzw was später alles in den braunen Fluten versinken sollte. Ganze Städte, Tempel, Naturschönheiten, etc werden dem Kommerz und dem chinesischen Gigantomismus (Grösste! Höchste! Breiteste!) geopfert. Hier dem Yangtse-Damm, der von Umweltschützern und Anwohnern verteufelt wird, aber durch Stromgewinnung und Wasserregulierung viele Überschwemmungen und Schäden sparen soll. Ein zweischneidiges Schwert….

Wir fuhren bis nach Chongqing und machten eine Stadtrundfahrt durch die GRÖSSTE Stadt der Welt (30 Mio Einwohner). Wir standen auf einem Hügel, hörten: ‘… here you can see the beauty of…’ – und starrten in eine graue Wand aus Smog, Dunst und Nebel. Aha! Soso…