Downunder – steht man da auf dem Kopf?! Oder hängt man mit den Füssen an der Erde? Ist man da leichter?! Egal, wir wollten es wissen. Und flogen im australischen Winter – sprich europäischen Hochsommer nach Sidney. Der Flug war ganz gut, das Ankommen dort weniger: unser Gepäck hatte es irgendwie auf dem Direktflug (!) nicht mitgeschafft. An sich kein Problem, aber wenn man mit 2 Kleinkindern reist und alle Windeln, Milchpulver, Wechselwäsche, etc im Koffer sind, hat man nach 14 Stunden einfach Schwierigkeiten, derselben Hintern sauber und die hungrigen Mägen voll zu bekommen :-o

Aber wir liessen uns den Aufenthalt in Sidney nicht vermiesen und genossen die ersten Eindrücke. Rechtzeitig am dritten Tag, kurz vor dem Abflug nach Alice Springs, kamen dann unsere Koffer. Naja – kamen ist vielleicht übertrieben: ich durfte in einem Hangar in einem grossen Haufen mit ca 600 lieblos hingeworfenen Koffern nach unseren Stücken wühlen. Das Ganze am frühen Morgen 1,5 Stunden vor Check-in und Weiterflug :-o

In Alice Springs übernahmen wir dann unseren Campervan und machten die erste Entdeckung: das staubige Herz Australiens kann ziemlich batzig und kalt sein, wenn man das seltene Glück hat, im Regen dort herum zu fahren. Ich weiss jetzt nicht, ob wir uns freuen sollten oder nicht, die Aborigines meinten aber, dass es zuletzt vor 3 Jahren geregnet hätte – das wäre doch ein RIESENGLÜCK! … und eine Mordssauerei im Auto…

Auf die Besteigung des Ayers Rock verzichteten wir, da die Aborigines den Monolithen ja als Heiligtum betrachten und höflich um Respekt bitten. OK, dann halt nicht. Bei den Mount Olgas kaum 40 km weiter kam mir dann allerdings der Verdacht auf, dass das Heilig-und-ja-nicht-besteigen-Getue um den Ayers Rock nur ein Ablenkungsmanöver ist – die Mount Olgas sind nämlich vieeel heiliger…

Wir fuhren quer durchs Outback über 3-Way-Roadhouse und dann an die Ostküste nach Rockhampton. Weiter ging es am Meer entlang bis zurück nach Sidney. 3 phantastische Wochen mit viel Natur, entspannten ‘mates’, netten Campingplätzen, Lagerfeuer, BBQ und so einigen Dosen Fosters, 4X und VB (Victoria Bitters). Das Schrägste war die Weinprobe im Huntervalley, wo wir uns dem Zensus (Volkszählung) unterziehen mussten. Sind wir nun schon Aussies geworden?! Dürfen wir dableiben?!