Christin musste zu einer Messe nach Urumuqi. Diese Stadt ist Europa näher als Beijing und hat trotzdem die gleiche Zeitzone. Das führt dazu, dass vormittags gegen 10:00 die Sonne aufgeht und bis gegen Mitternacht scheint :-o
Ausserdem ist Urumuqi Ausgangspunkt für Touren in die Schneeberge, welche von der Schönheit der Schweiz ähneln sollen. Und weiterhin geht hier die alte Seidenstrasse durch, auf der ja schon Marco Polo gewandelt sein soll. Für uns Gründe genug, unsere diesjährige ‘Tour d’Amour’ in diese Weltgegend zu machen.

Ich hüpfte in eine alte Tupolev, flog 5 Stunden nach Urumuqi und war erstaunt, wie ‘türkisch’ alles aussah. Das Essen, die Leute, die Gerüche, selbst Moscheen und der Muezzin – viel eher arabisch bzw orientalisch denn chinesisch.

Der Ausflug in die Schneeberge war kalt, aber nett. Weiter ging es nach Turphan und damit unter den Meeresspiegel – immerhin ist hier nach dem Toten Meer die zweittiefste Stelle auf Land. Irgendwas mit -142m uNN. Weiter ging es mit dem Zug nach Dunhuang und dem 1000-Buddha-Tempel, der in eine Sandsteinklippe geschlagen ist. Sehr interessant! Dazu unterirdische Grabanlagen in einer weiten Kiesebene, welche es fast mit den Grabkammern der ägyptischen Pyramiden aufnehmen könnten. Aber nur fast…
Wir machten einen Ausflug zu den Sanddünen und dem photogenen Mondsichel-See. Auf dem Weg dahin wurden wir von Kamelen zu den Füssen der höchsten Dünen getragen und konnten diese im kalten Morgenwind erklimmen (2 Schritt vorwärts, 1 Schritt zurück – puuh), damit wir den Sonnenaufgang auf dem Dünenkamm bestaunen konnten. Abwärts ging es dann auf Plastikrutschen – und damit hatte man dann endgültig Sand zwischen den Zähnen und in der Unterhose :-o

Mit einer kleinen Propellermaschine ging es zum letzten Highlight – Xi’an mit seiner mittlerweile weltberühmten Terracotta-Armee. Aus Zeitgründen liessen wir es krachen und nahmen eine schicke schwarze Hotellimousine, die uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Xi’an’s schipperte. War dann auch sehr schön, angenehm und effizient.
Nach einer letzten Nacht in bequemen Hotelbetten flogen wir am nächsten Morgen wieder zurück nach Shanghai zu unseren Kindern. Schön wars!